Ausfahrt #9: Wesel am Rhein

Veröffentlicht am 12. Jun 2013 unter Tourtagebuch | Ein Kommentar

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Nach über zehn Stunden Wesel fällt es mir immer noch schwer irgendetwas konkretes über diese Stadt zu sagen. Immer wenn ich glaube sie fassen zu können flutscht sie mir wieder wie ein lebensfroher Fisch aus den Fingern. Von der Xantener Rheinseite sieht sie aus wie eine Industriestadt, kommt man näher findet man viel Grün. Große Straßen schlagen Schneisen, aber kleine Fahrradwege laden zum Umfahren eben dieser ein. Dann ein Zentrum voll von unspannender Nachkriegsarchitektur, aber dann dieser Dom! Bei den Weselern, oder Weselanern (ich weiß es nicht, sie aber auch nicht) führen sich diese Widersprüche fort. Die einen wollen partout keinen para_diesischen Ort nennen, die anderen gleich die ganze Stadt. Es scheint als gäbe es zwei Wesel – mindestens. Vielleicht haben aber auch nur die einen die schönen Ecken der Stadt gefunden und die anderen noch nicht. Aber um solchen Spekulationen irgendeine Art von Grundlage zu geben reicht leider die Zeit nicht aus.

Kommen wir zum Wappen. Erinnert sich noch jemand an das kalkarar Wappen? Das weseler Wappen sieht genau so aus! Naja, fast. Die Türme wurden durch Wiesel ausgetauscht. Der Rest (roter Hintergrund, weißes Schild in der Mitte) ist gleich. Was will uns der Wappengestalter damit sagen? Erst einmal handelt es sich wahrscheinlich um ein sprechendes Wappen. Wesel und Wiesel liegt ja nicht all zu fern auseinander. Und vielleicht hießen Wiesel vor geraumer Zeit einmal Wesel, oder Wesel hieß Wiesel. Irgendwie so wird’s gewesen sein. Aber warum drei Wiesel? Wie ich ja in Kalkar gelernt habe, stehen drei Türme für eine besonders starke Befestigung. Logisch geschlussfolgert müssten dann drei Wiesel für besonders starke Wiesel stehen. Und um jetzt noch den Weseler Esel, der hier an jeder Ecke rumsteht, mitzuverwursten könnte man sagen: Das Wiesel aus Wesel war so stark wie ein Esel. Was diese Super-Wiesel den lieben langen Tag so getrieben hat, ist mir aber leider nicht bekannt.

Die parar_diese, genau… In Wesel, so habe ich heute gelernt, gibt es schwarzes Wasser. So heißt ein Weiher außerhalb von Wesel der sich vortrefflich zum Wandern eignet. Ein anderes Lieblingsfleckchen der Weselaner ist der Auesee bzw. der angerenzende Rhein. Bei schlechtem Wetter geht’s in die Stadtbücherei zum Bücher schmökern oder auf ein Bier ins Blühmis wo (fast) alle Weseler Generationen aufeinander treffen. Natürlich ist noch einiges mehr zusammengekommen. Und wie so oft in den anderen Orten sind es auch hier die kleinen Dörfer rings herum die mehr Anziehung ausüben als die Innenstadt selbst.

Ein Hinweis noch an alle die in Wesel den öffentlichen Raum erobern wollen: Hier wird tatsächlich kontrolliert ob man das was man da macht auch angemeldet hat. Das wissen sogar die Kinder und so fragt mich ein kleiner Junge, ob ich überhaupt eine Genehmigung für meinen Stand hätte. Aber sowohl ihm als auch den beiden Herren vom Ordnungsamt, die kurze Zeit später aufkreuzen, kann ich mit einem aufrichtigen “Jep.” antworten. Und nachdem einer der Ordnungshüter mir sein para_dies aufschreibt, lasse ich sie auch wieder ziehen.

Morgen geht es dann schon wieder über den Rhein. Diesmal von Ost nach West. Der Blick auf die alte Eisenbahnbrücke soll von dieser Seite morgens besonders schön sein Also hoffe ich auf gute Sicht und wache Augen.

1 Kommentar

  1. Peter
    13. Juni 2013

    ….
    Es heißt ” Zitadelle ”
    ….

    Frohes Radeln,
    Peter.