Ausfahrt #10: Kamp-Lintfort

Veröffentlicht am 13. Jun 2013 unter Tourtagebuch | Keine Kommentare
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Regen! Endlich! Nachdem das Schellen des Weckers – der eigentlich ein Telefon ist, das eigentlich ein Computer ist – verstummt, bleibt der Klang eines leisen Plätscherns im Raum stehen. Meine Regenkluft freut sich diebisch, dass sie jetzt doch mal zum Einsatz kommen darf. Aber bis ich tatsächlich auf dem Rad sitze haben sich die Wolken schon wieder leer geregnet. Der Weg nach Kamp-Lintfort ist phantastisch. Die meiste Zeit geht’s auf dem Damm am Rhein entlang. Was zwar, zumindest heute, einen nicht unerheblichen Gegenwind mit sich bringt, dafür aber den Vorteil bietet, das man auf dem Weg immer wieder anhalten und Fotos machen kann, die der derzeit teuersten Fotografie, Gurskys Rhein II, gar nicht so unähnlich sehen. Zumindest wenn gerade kein A/B-Vergleich möglich ist. Und so halte ich munter drauf und knipse Rhein III, IV und V. Ein weiterer Vorteil des parallel zum Rhein verlaufenden Fahrradwegs ist es, dass ich mir nun auch ein kleines Wettrennen mit einem Frachter leisten kann. Muskelkraft siegt gegen Dieselmotor. Wobei fairer Weise dazu gesagt werden muss, dass ich in anderen Disziplinen, wie z.B. “Zuladung” doch erheblich unterlegen bin.

Später am Tag fängt es dann doch noch einmal an zu regnen. Aber da stehe ich schon längst unter dem schützenden Vordach eines Einkaufszentrums und habe die ersten para_diese eingesammelt, die da wären: Kloster Kamp, Kloster Kamp, Kloster Kamp und Kloster Kamp. Zwar immer mit unterschiedlichen Begründungen, aber da mir das auf die Dauer dann doch zu eintönig wird, beschließe ich diese Antwort nicht mehr zuzulassen. Und siehe an, Kamp-Lintfort hat dann doch noch etwas mehr zu bieten. Boccia spielen am Pappelsee zum Beispiel, ein Mosaik Atelier mit dem ein Künstler seine Straße belebt und natürlich Friedrich-Heinrich, die Zeche, die nach über 100-jährigem Betrieb vor kurzem geschlossen wurde. Die Kumpels gehen, die Kommilitonen kommen. Denn auch Kamp-Lintfort ist seit kurzem Hochschulstandort und teilt sich zusammen mit Kleve die Hochschule Rhein-Waal. Von den Studis konnte ich zwar keinen an meinem Stand sichten, aber dafür jemanden der gestern in Wesel schon ein para_dies zur Sammlung dazu gesteuert hat. Den in diesem Fall gar nicht negativ gemeinten Umstand,  dass man Menschen auch zwei mal im Leben begegnen kann hatte ich im Laufe der vergangen knapp zwei Wochen schon fast vergessen.

Noch einmal zurück zum Einkaufscenter dessen Dach ich heute durchaus zu schätzen wusste. Früher standen an eben dieser Stelle die weißen Riesen von Kamp-Lintfort. Drei 16-stöckige Hochhäuser in denen scheinbar keiner mehr wohnen wollte. Zumindest standen sie kurz vor ihrer Sprengung leer. Es sind (dieser Seitenhieb in Richtung der Heimatstadt sei mir erlaubt) doch nicht immer Stadttheater, die den Einkaufspalästen weichen müssen.

Fehlt noch was? Ja klar, das Wappen. Leider ist es mir im Stadtbild nicht über den Weg gelaufen, deshalb muss dann doch die immer-dabei-Enzyklopädie herhalten. Wirklich viel Spielraum zur Interpretation bietet sich hier leider nicht. Drauf zu sehen ist einmal Kloster Kamp und darunter das Bergbausymbol. Links oben gibt’s dann noch eine Art Wappen im Wappen. Ich tippe mal auf einen stilisierten Pflug, ein Symbol für Landwirtschaft. Aber jetzt kommen ja die Studenten. Und dann wird bestimmt in ein paar Jahren das Wappen um ein Studentensymbol erweitert. Vielleicht so ein Hütchen mit Bommel oder eine gerollte Urkunde mit Schleife? Wir werden sehen!