Ausfahrt #6: Kleve

Veröffentlicht am 8. Jun 2013 unter Kleve, Tourtagebuch | 3 Kommentare
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Bergfest! Der nördlichste Punkt der Tour ist erreicht. Und irgendwie fühle ich mich ein wenig heimisch. Wie in Mönchengladbach liegt auch in Kleve die Fußgängerzone an einem Berg, der in Wirklichkeit vielleicht grad mal als Hügel taugt. Und, es gibt eine Hochschule in der Stadt. Zwar erst seit einem Jahr, aber es fällt schon auf, dass sich hier ein paar mehr Mit-Zwanziger tummeln als in den bisherigen Städten der Tour. Die Klever freuen sich jetzt Hochschulstadt zu sein, auch wenn sie sich hin und wieder an den frischen Wind der durch die Stadt zieht gewöhnen müssen. Eine spontane gratis Fahrradreparaturaktion auf der Fußgängerzone wäre vor ein paar Jahren bestimmt noch undenkbar gewesen. Aber da bei mir nach wie vor alles bestens vor sich hin rollt kommen wir nicht ins Nicht-Geschäft.

Am para_dies-Stand ist heute alles ein wenig anders als in den vergangenen Tagen. Generell wirken die Passanten entspannter und sind auch eher mal für ein Schwätzchen zu haben. Diesen Umstand allein dem Naturell der Klever zuzuschreiben wäre allerdings nicht ganz fair. Denn schließlich stehe ich heute zum ersten Mal an einem Wochenend-Tag auf der Straße, was wohl einen größeren Einfluss hat. Mit einer älteren Dame habe ich mich eine gefühlte Stunde unterhalten, bzw. unterhalten lassen. “Früher war alles schöner. Nicht so zugebaut und ruhiger”, sagt sie. Aber sie spricht nicht mit einem verbitterten Unterton, sondern lacht und erzählt tolle Geschichten aus vergangenen Tagen. Sie schwärmt wie sie damals im Winter den Hasenberg mit dem Schlitten hinunter gefahren sind oder im Sommer die Knupskirschen am Judenfriedhof gemopst haben. Und mit Joseph Beuys hat sie Bier getrunken. Und beömmelt hat sie sich über seine komische Badewanne, wie sie da vor Unterstadtkirche stand. Verrückt sei er gewesen, der Beuys, lacht sie.

Apropos Vergangenheit: Was für Geldern der Drache ist, ist für Kleve der Schwan. Zwar hat er nicht kurz vor dem Tod noch schnell den Stadtnamen geröchelt, aber einen edlen Ritter hat er in die Stadt gebracht, der eine dem Tode geweihte junge Dame gerettet hat. Ritter und Frau haben dann natürlich geheiratet und Kinder bekommen. Irgendwann hat die dann nicht mehr ganz so junge Dame blöderweise den Ritter nach seiner Herkunft gefragt. Der Ritter verrät es und sogleich kommt der Schwan und nimmt ihn wieder mit. Also, wenn ihr mich fragt: Ein Wappentier mit leicht fadem Beigeschmack. Aber allein für den dazugehörigen Brunnen hat es sich schon gelohnt sich für das Federtier zu entscheiden.

In Kleve komm ich dann auch zum ersten Mal in die Lage mein bisher gesammeltes Niederrhein-Wissen anzuwenden. Da ein Ehepaar aus dem Ruhrgebiet die Touristen-Information nicht findet, muss ich herhalten und gebe ihnen Tipps zu Orten an denen ich noch nie war und von denen ich nicht weiß wie man dort hingelangt. Aber das scheint sie nicht weiter zu stören. Ach ja, und wo wir gerade bei Touri-Tipps sind: Den besten Kaffee der Stadt gibt’s im Café Lust – sagen die Klever. Ich hab’s überprüft und kann’s nur bestätigen.

Morgen geht’s dann weiter nach Kalkar. Ich würde ja nur zu gerne per Draisine dort hinfahren, aber leider zeigen die Schienen in die falsche Richtung…

3 Kommentare

  1. Gerda-Marie Voß
    9. Juni 2013

    Lupine und blaue Bank finde ich wunderbar.
    Dass es heute nicht sooo sonnig werden soll , ist vielleicht bei Ihrer Tour auch mal wieder ganz entspannend . Genießen Sie das Paradies in Kalkar !
    GMV

  2. Peter
    9. Juni 2013

    Die Blaue Bank !

    Die Draisine nach Groesbeek !

    Gute Weiterreise !!!

  3. Manuel Funda
    22. Juni 2013

    Hier gibt es noch einen kurzen Videobericht über Ihre Aktion in Kleve:
    http://klevido.de/stadtgespraech/29-naechste-ausfahrt-paradies